Schimmelbefall: So wird das Übel beseitigt

 

schimmelbefall Er ist unbeliebt und doch nistet er sich oft ungefragt in den eigenen vier Wänden ein. Rund zehn Prozent aller Haushalte in Deutschland sind betroffen. Dachboden, Wohnzimmer, Bad und Keller sind vor dem Ungeheuer Schimmel nicht sicher. Gerade da, wo kalte Flächen und feuchte Luft aufeinandertreffen, ist er gern daheim. Doch nicht nur die Optik ist durch Schimmel gestört, auch kann er der Gesundheit enorm schaden. Säuglinge und ältere Menschen sind besonders gefährdet, atmen sie die Schimmelsporen dauerhaft ein. Lungenkrankheiten und Ekzeme sind nur einige Folgen von Schimmel. Daher ist es wichtig, diesen sofort zu beseitigen. Nicht immer sollten Hausbesitzer und Bewohnern selbst Hand anlegen. In manchen Fällen ist der Profi gefragt.

 

Unterscheidungen sind wichtig: Die Schimmelarten

Es gibt drei verschiedene Arten von Schimmel, die auftreten können. Der Hartnäckigste von ihnen ist der schwarze Schimmel. Dieser ist oft auf Dachböden, in Kellern oder Garagen zu finden, denn er kann bereits bei 6 Grad Celsius wachsen, hält aber auch heiße Temperaturen bis 45 Grad aus. Der schwarze Schimmel hat rund 40 verschiedene Unterarten. Die gefährlichste Art ist die Gattung „Alternaria Alternata“. Dieser Schimmel gibt ein Mykotoxin in die Luft ab, das Atemnot, Allergien und Augenrötungen hervorrufen kann.

Eine weitere Schimmelart ist der Grünschimmel. Dieser führt vor allem zu Hauptproblemen und Allergien. Er ist vorrangig auf Lebensmitteln zu finden und verbreitet sich von diesen aus in Grüner SchimmelWohnung und Haus. Vorratskammern und -schränke sind daher oft Herde, von denen aus er wächst. Vor allem feuchter Untergrund ist ihm ein willkommenes Zuhause. Die Vermehrung des grünen Schimmels ist das Tückische an ihm – diese geschieht mittels Sporen über die Luft.

Die dritte Sorte ist der gelbe Schimmel, der meist wegen seiner hellen Farben erst sehr spät entdeckt wird. Er nagte schon an den ägyptischen Pyramiden und bekam daher den Beinamen „Der Fluch des Pharaos“. Der gelbe Schimmel ist aber auch in Polstermöbeln und Baumwolle zu finden.

Roter Schimmel hingegen leuchtet bereits weit. Er kann auch Holz und Karton sowie Papiertapeten befallen. Doch in manchen Fällen handelt es sich nicht um den echten roten Schimmel, denn es kann auch ein anderer Pilz sein, der aufgrund von Stoffen wie beispielsweise Kupfer die rötliche Färbung annimmt.

 

Nicht auf eigene Faust handeln: Nur kleine Stellen selbst entfernen

Wer Schimmel in seiner Wohnung entdeckt, sollte sich gleich einen Experten ins Haus holen. Sind mehrere Stellen betroffen oder gibt es ein großflächiges Vorkommen, ist es ratsam, ein ausgedehntes Schimmelgutachten erstellen zu lassen. Das hilft auch bei der zu klärenden Schuldfrage, die oft zwischen Mieter und Vermieter auftritt. Letzterer macht es sich oft einfach und zieht sich mit dem Argument „falsch gelüftet“ aus der Affäre. Das Gutachten beantwortet nicht nur Fragen zu Art des Schimmels, Ausmaß und Schädlichkeit, sondern auch zu Ursache und Co. Auch können bereits die Kosten der Beseitigung eingeschätzt werden.

Lediglich bei kleinen Flächen und Befall empfiehlt es sich, diese anschließend selbst zu behandeln – Atemschutz und Handschuhe sind hierbei ein Muss. Hausmittel und chemische Schimmelentferner wie Spiritus und Wasserstoffperoxid können hier zum Einsatz kommen. Der Handel bietet hier mehrere Produkte. Aber von Experten wird besser ein Gemisch aus 70-prozentigem Alkohol und Salizylsäure (in der Apotheke erhältlich) empfohlen. Betroffene Oberflächen, die lose sind, sollte entfernt werden. Dazu zählen beispielsweise Holzbretter oder Matratzen.

 

So wird es gemacht: Der Ablauf der Schimmelbeseitigung

Grundsätzlich ist folgender Ablauf zu empfehlen:

– Türen zu anderen Räumen schließen

– Fenster öffnen und bei geöffnetem Zustand arbeiten

– Handschuhe und Mundschutz anlegen (gegebenenfalls auch Schutzbrille)

– Schimmelbefall mit einem in Alkohol getränkten Lappen wegwischen

– Antischimmelmittel werden von Experten nicht empfohlen

– Befallene Stücke, wie Tapete, Matratzen, Polster und Co, entsorgen

– Nach der Reinigung ausgiebig duschen.

 

Schimmelbefall im HausEinen Experten beauftragen: Das Vorgehen des Profis

Bei größerem Befall sollte die Beseitigung dem Profi überlassen werden. Professionelle Reinigungsfirmen können besser einschätzen, welche Methode die richtige ist. Dazu werden oft vorher Luftanalysen und Materialproben genommen. Je nach Fall kommen dann unterschiedlich Maßnahmen zum Einsatz. Heißluft, Chemikalien und Co stehen hier zur Verfügung. Der Profi geht systematisch vor: Zuerst werden die Schimmelsporen abgetötet, dann die Wand desinfiziert. Nun folgt ein Abwaschen der Stellen und als Letztes sorgt eine Spezialbeschichtung dafür, dass die Wand nicht erneut befallen wird.

 

Ursachen erkennen und entfernen, vermeidet Wiederholung

Neben Gutachten, Schadstoffeinschätzung und professioneller Entfernung gehört zu den Leistungen des Profis auch die Ursachenforschung. Denn einfach den Schimmel an einer Stelle wegzuwischen – damit ist es meist nicht getan. Der Experte geht daher den Grund für den Schimmelbefall genau nach. Hier sind die Ursachen äußerst vielfältig. Von Nahrungsmitteln über falsche Lüftung, Baufehler bis hin zu schlecht isolierten Fenstern, die zu viel Feuchtigkeit zulassen – hier ist alles möglich. Der Profis geht diesen Ursachen auf den Grund und empfiehlt eine Beseitigung dessen. Nur so kann ein erneuter Befall durch Schimmel vermieden werden. Ebenso gibt der Profi weitere Tipps: Schimmelbildung lässt sich durch tägliches Lüften vermeiden – drei- bis fünfmal am Tag für wenige Minuten. Dauerlüften kann zu Schimmelbildung am Fenster direkt führen. Auch sollten keine Möbel direkt an Außenwände gestellt werden. Sind Fragen offengeblieben? Der Experte beantwortet sie gern

 

 

Bildquellen

1. https://pixabay.com/de/abstrakt-hintergrund-schlecht-70735/ Fotograf: PublicDomainPictures

2. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Moldy_nectarines.jpg/ Fotograf: Roger McLassus

3. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schimmel_page_001.jpg/ Fotograf: Riki 1979

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