Ob der wertvolle Oldtimer oder das historische Denkmal – nichts und niemand bleibt von Verschmutzung, Witterung und Co verschont. Doch schnell kann hier beim Versuch, diese zu reinigen, das kostbare Gut beschädigt werden. Kratzer durch harte Schwämme? Beschädigungen durch Abrieb? Wer seine Schätze sauber, aber unversehrt erhalten will, sollte sich einem Profi zuwenden. Denn hier ist das Strahlverfahren mit Niederdruck das Zaubermittel, das schonend auch edle Stücke wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen kann.  

Schonende Reinigung: Die Technik, Düsen und Granulate im Niederdruck

Der Hochdruckreiniger kommt den meisten in den Sinn, wenn es um die Säuberung von Fassaden und Co geht. Doch gerade bei empfindlichen Oberflächen kann dieser eher schaden als helfen. Abrasive Effekte sind besonders bei Steinfassaden, Holzgebälk, historischen Gebäuden oder dem wertvollen Oldtimer unerwünscht. Abhilfe schafft das Niederdruckverfahren, das in den 90er Jahren entwickelt wurde. Es basiert auf dem gleichen Prinzip wie herkömmliches Sandstrahlen. Doch hier wird das sogenannte Strahlmittel, das ein Gemisch aus Luft-Granulat, Luft-Wasser-Granulat oder nur Wasser-Granulat sein kann, mit einem geringen Druck auf die Oberfläche geblasen. Meistens werden hier nur Werte zwischen 0,4 und 4 bar eingestellt. Diese Technik sorgt dafür, dass die Oberfläche schonend und sorgsam gereinigt wird, denn diese wird nicht aufgeraut. Niederdruck verhindert somit einen Substanzverlust. Zusätzlich zum niedrigen Druck kommen hier verschiedene Strahltechniken zum Einsatz, die die Oberfläche erneut schonen. Die Düse des verwendeten Geräts ist dabei ausschlaggebend, wie das Granulat auf die zu reinigende Oberfläche trifft. Bei der Wirbelstrahltechnik rotiert der Luftstrom und trifft sanfter auf – ein polierender Effekt entsteht. Bei der Flachstrahltechnik wird ein spachtelförmiger Strahl erzeugt, der bis zu 30 Zentimeter breit sein kann. Das ermöglicht eine enorme Flächenleistung bei der Reinigung und erspart viel Zeit. Die Rundstrahltechnik ist universell einsetzbar und bietet einen kegelförmigen Strahl. Als Strahlgut sind unterschiedliche Materialien möglich. Unter anderem Granatsand, Korund, Nussschalen, Glasperlen und unterschiedliche Steinpulver sowie -mehle werden hier entweder mit Luft (Trockenreinigung) oder Wasser gemischt. Je empfindlicher die Oberfläche, desto weicher muss das verwendete Granulat sein. Besonders schonend wird die Reinigung, wenn der Niederdruck mit Trockeneis verbunden wird.   

Vorteile: Mit wenig Einsatz eine saubere Leistung

Der große Vorteil dieser Technik ist, dass die Oberfläche nicht angegriffen wird. Niederdruck ist Substanz schonend, da eine geringe Reibungswärme entsteht. Zudem vermeidet der niedrige Druck eine Staubentwicklung, was das Verfahren zu einer vollständig staubfreien Reinigung macht. Druck und Sandmenge können zudem hervorragend auf die Gegebenheiten eingestellt werden. Das garantiert einen minimalen Granulatverbrauch: Die Strahlgutrückstände werden so gering wie mögliche gehalten, wie es auch bei den Kosten der Fall ist: Niederdruck macht die Reinigung günstiger. Auch der Wasserverbrauch ist auf einem niedrigen Niveau – die zu reinigende Fläche wird nicht durchnässt und auch Fugen nicht unnötig ausgeschwemmt. Ebenso ist das Verfahren umweltfreundlich, denn es arbeitet völlig frei von chemischen Zusätzen. Je nach Gerät ist das Strahlverfahren mit Niederdruck mobil einsetzbar. Von diesen zahlreichen Vorteilen kann bei vielen Reinigungsarbeiten profitiert werden.  

Vom Ferrari bis hin zum Grabstein: Alles rein mit Niederdruck

Ob das Holstenhaus in Hamburg, der Münster in Konstanz oder das Münchener Rathaus am Marienplatz – zahlreiche Fassaden erstrahlen dank dem Niederdruckverfahren immer wieder in sauberem Glanz. Aber auch an der Bushaltestelle um die Ecke wird es eingesetzt. Unzählige Verschmutzungen werden mit ihm deutschlandweit entfernt: Algen, Moos und Co sind mit diesem Reinigungsverfahren auf Fassaden, Sandstein und Fachwerk Vergangenheit. Auch die Graffitientfernung klappt mit diesem Verfahren problemlos und die Fassade erstrahlt wieder im alten Glanz. Lacke und Lasuren, Farben und Dispersionen, werden ebenso entfernt wie unansehnlicher Rost. Auch der ärgerliche Vogelkot auf der Motorhaube des Oldtimers kann mit Niederdruckstrahlen schonend beseitigt werden. Grundsätzlich eignet sich die Technik bei allen empfindlichen Oberflächen: Ziegel, Metall, Fliesen und Glas reinigt die Technik ebenso wie Natur- und Kunststein. So eignet sie sich auch, um Motor- und Getriebeteile von Schmutz zu befreien. Zudem kommt die Technik bei der Restauration von Schriften, Grabsteinen, Holz und Möbeln zum Einsatz. In der Bootsreinigung ist das Verfahren ebenso zu finden. Aber auch die Brandschadensanierung ist mit dem niedrigen Druck möglich. Betonsanierungen und Korrosionsschutz sind weitere Einsatzgebiete. Sind Denkmäler unschön verschmutzt? Haben Fassaden mit zahlreichen historischen Verzierungen ihre Schönheit verloren? Oder braucht das Fachwerk eine Reinigung? Auch hier kann die Strahltechnik mit Niederdruck helfen. Fragen Sie den Profi: Er wird auch für Ihre Fassade, Oldtimer und Co die richtige Düse und das richtige Granulat finden.       Bildquellen: https://pixabay.com/de/arbeitnehmer-reinigung-graffiti-1082467/